Wir amüsieren uns zu Tode
Ballett mit Musik von Roger Waters und Keith Jarrett
Premiere: 14. September 2002 in der Kammerbühne des Staatstheaters Cottbus Choreografie und Bühnenbild: Michael Apel Kostüme: Nicole Lorenz
1992 brachte Roger Waters, ehemaliger Pink-Floyd-Sänger, sein Album "Amused to Death" heraus,
eine musikalische Weltbetrachtung, die auf der Grundlage von Neil Postmans Bestseller
"Wir amüsieren uns zu Tode" entstanden ist. Darin weist der Autor, ein amerikanischer
Medienwissenschaftler, am Beispiel des Fernsehens nach, wie Medien die Inhalte der durch sie
übermittelten Informationen bestimmen. Diesen Gedanken greift Waters auf und spitzt ihn zu,
indem er Kriege und Medienpolitik in unmittelbaren Zusammenhang bringt.
Michael Apel stellt Waters' Rockpoem ins Zentrum seines Stückes und setzt sich
tänzerisch mit den Auswirkungen von medial geprägter Kommunikation auf das Zusammenleben der Menschen auseinander. Dabei thematisiert er insbesondere den Zusammenhang zwischen der
Gleichschaltung von Individuen durch den Einfluss von Massenmedien und der Entstehung von
Aggressions- und Gewaltpotenzial bis hin zu kriegerischen Handlungen.
Das Stück erzählt vom Zerfall einer Gemeinschaft am Beispiel einer Gruppe von Jugendlichen.
Es untersucht, was passiert, wenn ein Einzelner unter dem Deckmantel einer vermeintlichen
Gruppenideologie hervorschlüpft und seine Umwelt (wieder) mit eigenen Augen betrachtet.