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BACH - Ein Ballettabend

- Presse -



Anrührender Abschied in Eisenach

Noch ein Endspiel am Landestheater Eisenach. Diesmal verabschiedete sich mit der Premiere von "Bach und Tanz" die Ballettmeisterin und Choreografin Sabine Pechuel, und mit ihr einige Mitglieder des Ballettensembles der Wartburgstadt.
Äußerer Anlass des Abschieds war die Vorstellung zweier Tanzstücke von Sabine Pechuel unter dem Titel "Bach und Tanz". Es war die letzte Produktion dieser Gattung innerhalb der zu Ende gehenden Spielzeit, zugleich auch die letzte Eigenproduktion der Meisterin. Auf ihren großen Erfolg mit "Der Widerspenstigen Zähmung" vom Februar dieses Jahres ließ sie nach eigenem Libretto zwei Tanzstücke für die Studiobühne folgen. Der Inhalt war, wie schon einmal, den Problemen und dem Lebensgefühl junger Leute gewidmet. In einer abwechslungsreichen Mischung von getanzter Gestik und gesprochenem Wort geht es um typische Situationen, die man im Alltag Jugendlicher erleben kann: stürmische, gegenseitige, den Erwachsenen manchmal etwas übertrieben erscheinende Begrüßung; Isolierung einer Mitschülerin, nur weil sie anders ist als die anderen; Eifersüchteleien junger Mädchen um die begehrte Freundin; Verletzbarkeit und Schulfrust, Versunkensein im Nachdenken, Resignation bis zur Erstarrung, aus der ein Einzelner die anderen aufwecken möchte; Wünsche und Träume von Selbstverwirklichung, bei der auch Solidarität nicht fehlen sollte. Das Spektrum reichte reichte von kleinen Reibereien bis zur großen, anrührenden Liebesszene. (...)
Die Choreografin verstand, einen Spannungsbogen aufzubauen, der im dritten Satz des "Italienischen Konzerts" seinen Höhepunkt erreichte. Hier wirbelten in ausgelassenster Stimmung die Pirouetten so vervielfacht über die Bühne, dass es schwer fiel, die Übersicht zu behalten. Erfreulich auch mitzuerleben, wie sich Bühnenprofis und Laien des Theaterjugendklubs (Ulrike Lenz) ergänzten. Das zeigte sich unter anderem darin, dass die jeweils Nicht-Aktiven immer als integrierender Bestandteil wirkten. Herausragende Solisten dieses Abends waren Alexandru Boxan, Mar Ameller und Gema Casino Penalba.
Anschließend an die mit Beifall aufgenommene Aufführung zog Dieter Reuscher eine würdigende Bilanz der Entwicklung des aus nur zehn Mitgliedern bestehenden Ensembles. Er erinnerte an starke Tanzkunst-Erlebnisse, die untrennbar verbunden sind mit dem Wirken von Sabine Pechuel.
Dr. Wolfram Klante (Thüringer Allgemeine, 24. Mai 2004)



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