Premiere: 13. Oktober 2006 im Studio LaborGras, Berlin Weitere Vorstellungen: 14., 20. und 21. Oktober 2006
Idee & Apparat: Götz Dihlmann Konzept: Götz Dihlmann und LaborGras Instant Composition: Renate Graziadei, Lena Meierkord, Arthur Stäldi Sound: Peter Göhler
Sammeln ist, auch, eine Technik gemeisterten Lebens. Sammeln ist also nicht bloß rezeptiv, keine willkürliche
Ansammlung der Dinge oder deren Abbildung in ihrem So-Sein, eine getreue Welt-Kopie. Sammeln fordert vielmehr
eine kreative Kompetenz, eine Welterschaffungs- und Weltordnungskompetenz.
Andreas Urs Sommer
Am Anfang war ein Apparat, gebaut aus Teilen, die nicht mehr gebraucht werden und eigentlich schon auf der Müllhalde
gelandet waren. Er kann sich fortbewegen, und Geräusche machen und: er kann zufällige Bewegungsfolgen produzieren
und diese immer weiter verarbeiten. Fast scheint es, als habe er ein mechanisches Gedächtnis. Auf der Bühne begegnet er
drei Tänzern, ausgestattet mit einem schier unerschöpflichen Bewegungsrepertoire aus gelebtem Tanz und getanztem
Leben. Aus der stets improvisierten Begegnung der vier entsteht neues aus altem, oder altes sieht neu aus, wenn man es neu
arrangiert oder aus einer anderen Perspektive betrachtet.
"Recycling" wirft einen Blick auf unsere Wegwerfgesellschaft, die doch auch gleichzeitig eine Bewahrungsgesellschaft
ist (Odo Marquard). Der von Götz Dihlmann gebaute Apparat ist dabei sowohl Ideengeber als auch Hauptfigur und öffnet
gleichzeitig auch noch ganz andere Assoziationsfelder: Kann eine von einer Maschine initiierte Bewegung emotional sein?
Was macht die Sinnlichkeit einer Bewegung aus?
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste e.V.
Mit freundlicher Unterstützung durch LaborGras.